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Der Tempel der alten Künste

Die Pflanze der Unsterblichkeit

Welche Wirkung hat Jiaogulan?

Dank seiner wertvollen Inhaltsstoffe zählt Jiaogulan zu den wichtigsten Gesundheitskräutern. In der asiatischen Naturmedizin gelten die heilsamen Blätter als Mittel bei Stress und nervösen Störungen, Einschlafproblemen und hohem Blutdruck. Eine regelmäßige Verwendung soll den Blutzuckerspiegel senken, blutbildend und immunstärkend wirken. Da sich Jiaogulan deutlich leichter als Ginseng kultivieren lässt, ist der Kreis der Jiaogulan-Fans auch bei uns in den letzten Jahren stark gestiegen. Viele von ihnen schwören auf die positive Wirkung und möchten diese Heilpflanze nicht mehr missen.

Die Pflanze mit den magischen Kräften! 

Es gibt einige Pflanzen in der Kräuterkunde, die für ihre magischen Kräfte bekannt sind. Eines dieser Kräuter ist das „Kraut der Unsterblichkeit“. Der eigentliche Name der asiatischen Heilpflanze heißt Jiaogulan und soll lebensverlängernde Wirkungen besitzen. Diese Aussage lässt sich wissenschaftlich nicht bestätigen, mit Bestimmtheit enthält die Pflanze jedoch gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe.

Seine Heimat hat Jiaogulan ursprünglich im fernen Asien, von Korea, über China bis nach Indonesien. Die krautige Pflanze ist eine mehrjährige Kletterpflanze, die zuweilen nur als Einjährige gehalten wird. Jiaogulan (Gynostemma pentaphyllum) bildet mit 16 weiteren Arten die Gattung Gynostemma, die wiederum zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae) zählt. Mit etwas Fantasie erkennt man an ihren langen Ranken und ihrer Kletterleidenschaft die Verwandtschaft zu anderen Kürbisgewächsen. Sie bildet in kurzer Zeit lange dünne Schlingtriebe, mit denen sie sich an jeder Klettermöglichkeit nach oben windet. In günstigen Lagen kann sie mehrere Meter hochklettern und wirkt mit ihrem raschen Wuchs hopfenähnlich. Der Artname „pentaphyllum“ weist auf die 5-lappigen Blätter hin, die wechselständig an den Trieben sitzen. Sie enthalten eine Vielzahl immunstärkender Wirkstoffe und haben einen angenehm lakritzartigen Geschmack. Kleine grünlich-weiße Blüten Sternblüten sieht man in günstigen Lagen während des Sommers. Früchte bzw. Samen in Form von kleinen schwarzen Beeren bekommt man nur in Ausnahmefällen zu Gesicht, denn hierfür braucht es zwei Geschlechter. Jiaogulan ist zweihäusig bzw. getrenntgeschlechtlich. Damit weibliche Blüten fruchten können, benötigt es in der Nähe eine zweite männliche Pflanze. Im Handel sind jedoch kaum oder keine Pflanzen in geschlechtlicher Trennung anzutreffen. Die meisten Pflanzen werden vegetativ vermehrt und das Geschlecht der vermehrten Mutterpflanze weitertragen. Im Herbst stirbt die Pflanze oberirdisch ab und überwintert in den Wurzelknollen. Aus ihnen erfolgt im Frühjahr der neue Austrieb.

In Europa wurde man erst vor 30 Jahren auf die asiatische Heilpflanze aufmerksam, deren Blätter einen hohen Gehalt an Saponinen, sowie Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und Zuckerverbindungen enthalten. In der Kräuterkunde besitzt Jiaogulan einen ähnlichen Stellenwert wie Ginseng und zählt zu den wichtigsten gesundheitsfördernden Kräutern.

Welche Verwendung hat Jiaogulan?

Beim Jiaogulan erntet man die Blätter, die zu Tee, als Salatzutat, Smoothies oder für frische Speisen verwendet werden. Üppige Blatternten können wie Spinat gekocht werden. Junge Blätter sind meist aromatischer als älteres Laub. Sie schmecken leicht lakritzartig, jedoch nicht unangenehm. Die Blätter lassen sich trocknen, werden aber geschmacklich etwas bitterer.

Wie pflegt man Jiaogulan richtig?

Bei der Pflege ist auf ausreichend Wasser und Nährstoffe zu achten. Regelmäßiges Wässern und Düngen verhindert Mangelsymptome und fördert das rasche Wachstum. Im Garten wird der Heilpflanze jährlich fruchtbarer Kompost verabreicht, der Humus und Nährstoffe nachliefert. In Ampeln und Gefäßen übernehmen Hornspäne und Kräuterdünger die Nährstoffversorgung.

Der erste Schnitt erfolgt gleich zu Beginn des Frühlings. Der abgestorbene Vorjahresspross wird nach dem Winter über dem Boden abgeschnitten. Mit steigenden Temperaturen streben neue Sprosstriebe aus den Wurzelknollen. Zu dieser Zeit muss besonders auf Schnecken geachtet werden. Sie sind noch klein und leicht zu übersehen. Doch sie richten an den jungen, glasig wirkenden Trieben enorme Schäden an. Auch diese Schädlinge möchten vom „Kraut der Unsterblichkeit“ profitieren. Auf dem Balkon besteht die Gefahr von Schneckenfraß kaum, weshalb die Kübelkultur für Jiaogulan generell zu empfehlen ist. In feuchten Sommern oder Witterungsumschwüngen kann es zum Mehltaubefall kommen. Befallene Blätter werden entfernt oder der ganze Spross notfalls weit zurückgeschnitten.

Im Winter ist Schutz empfehlenswert. Töpfe und Gefäße mit Jiaogulan werden mit Jutesäcken, Vlies oder in Laubkisten eingepackt, insofern kein Gewächshaus zur Überwinterung zur Verfügung steht. Im temperierten Wintergarten oder Fensterlagen ist es normal, dass das Wachstum fortgesetzt wird und sogar noch in der kalten Jahreszeit Blättchen geerntet werden können. Wird Jiaogulan an dunklen Standorten (z.B. Garagen oder Keller) überwintert, darf die Temperatur nicht über 5°C steigen. Alles darüber weckt die Pflanze aus der Ruhephase und sorgt für ein vorzeitiges Wachstum.

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